Drachen-Ente mit Saurierflügel

Von Prof. M. Schönherr  mech@net-art.de oder sxmech@fh-bingen.de

 

 Etwa ab 1975 waren beim Verfasser Entenentwürfe verschiedener Art entstanden und teils in Kleinmodellen erprobt worden. Grundgedanke war immer, die Leistungsgrenzen der Rogallo- Drachentypen durch vergrößerte Flügelstreckung, verbessertes Profil und verringerte Schränkung hinauszuschieben, gleichzeitig billig, leicht und faltbar zu bleiben und Flattersturz oder Tuck keine Chance zu lassen.

Eine Prinzipskizze dazu wurde im "Drachefliegermagazin" 10/79, in der letzten Folge der Flattersturz- Aufsatzreihe vorgestellt, siehe Abbildung links. Ab 1980 konnte ich dann den Bau zunächst eines Großmodells in Ali Schmids Werkstatt in Angriff nehmen.

 Hinweis 2009: Versuche mit obiger Konzeption aus 1980/81

Als die erste Drachenente mit 4,5 m Spannweit 1981 perfekt flog, war ihre Flügelgeometrie zum Saurierflügel geworden (links). Es war gelungen, die leistungszehrende Schränkung zu eliminieren (siehe großes Foto links unten, linker Flügel). Die gegenüber Farners Entwurf weiterentwickelte Frontvektorsteuerung (unten) hatte keinerlei Probleme mehr und gestattete bis 1983 ca. 100 Stunden sicheres Fliegen, später mit Elektroantrieb.

 

 

 

Im Sommer 1982 war von Ali Schmid ein erster Aufbau de Drachenente in Originlgröße mit ca 12 m Spannweite fertiggestellt worden. Erste Beurteilungen zur Flugstabilität und zum Segelprofil sollten aus Freiflügen gewonnen werden. Tatsächlich war das 100% Doppesegel nach meinem Wunsch zunächst ohne jede Segellatte ausgeführt, ebenso war der Frontflügel und seine Ansteuerung nur provisorisch aufgebaut, um schrittweise Erweiterungen und Verbesserungen vorsehen zu können.

Die ersten Freiflugversuche am Schönbergle bei Wißgoldingen verliefen dann zur vollen Zufriedenheit. Auch ohne jede Seitenflosse war der Flug richtungs-und rollstabil, das Pitchverhalten eigenstabil. Das Segel zeigte noch etwas Falten, deren Eliminierung durch Segellatten und/oder Schnittänderungen bereits vorbesprochen war.

Da Ali gleichzeitig mit Karl Nickel zusammen den motorisierten "Falter" gebaut hatte, gab es beim Entenprojekt eine vermeintlich kurze Unterbrechung, weil beide noch ihren UL-Schein machen mußten. Sie begaben sich hierzu Anfang September 1982 auf den Flugplatz nach Tannheim bei Memmingen, wo es die erste UL-Schule auf "Gütesiegel"-UL´s gab. Dort ereilte Ali am 15.9.82 beim Prüfungsflug mit der "Pseudoente" eines fremden Herstellers sein Schicksal.

Danach wurde Ali´s Firma aufgelöst, unser gemeinsames Entenprojekt liquidiert. Ich selbst zog aus beruflichen Gründen weg von Baden-Württemberg und konnte die erfolgversprechende Entwicklung aus Zeitgründen und ohne geeignete Werkstatt nicht weiterführen.

Wer greift sie wieder auf ?

 Sommer 82, der Prototyp-Rohbau ist fertig

 

 

Anfang September 82, Ali Schmid beim ersten Abwurf

 

 Freiflugsequenz am Schönbergle bei Wißgoldingen/ Schwäbisch Gmünd, Anfang September 1982

 

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